Außlegung Deß Aydt Schwerens oo
Waß ein Jedtlicher Finger Bedeüt Undt Außweiset.
Welchem Mantschen Ein Ayd Aufferlegt Würdet Der
soll mit drey auffgehobenen Fingern schweeren. Bey dem Daumen als dem Ersten Finger wird verstanden Gott der Vatter. Bey dem anderen Gott der Sohn, und Bey dem dritten Gott
. der Hay: Gaist. Der vierte under sich naigende Finger bedeüt die Seel, der Fünfft undt Klainste finger den Mentschlich Leib, so noch gringer gegen der Seel zu achten ist. Die Gantze Handt aber bedeüt daß Gantze Göttliche weesen, durch Allmacht, Himmel und Erd, Sonn und Monn, die Schöne Liebliche Sternen, Laub und Gräß, Ja alles waß auf Erden lebt, Erschaffen ist worden.
Eß hat der Ayd folgenden Außfüehrlichen Verstandt,
Obwohlen Er nit mit dißen wortten Beginnt und Außgeredt wirdt.
Da Ich Falsch oder Unrecht Schweere, so solle Mich Gott der Vatter: Gott der Sohn : und Gott der Hay: Gaist außschliesßen und absönderen, von der Hayligen gantzen Christenheit. Zum anderen so Ich falsch schweere, so solle Mir Gott der Vater mein erschaffer, Gott der Sohn mein erlößer undt Gott der Hay: Gaist mein Hayligwacher Keimmerniche [?] zue hilff kommen, wann sich mein Seel und Leib ahn meinem Leisten End von ein anderen schaiden. Zum Dritten, da Ich falsch schweere, so solle daß Haylig Ritter Leiden und sterben Jesu Christi ahn mir verlohren sein, und mich desßen In Ewigkeit zugetrosten, es sollen auch mit dem Rosenfarben Bluet Jesu Christi meine Sünd nicht gerainiget und gewaschen sein. Zum Vierten da Ich faltsch oder unrecht schweere so helfft mir Gott nimmer mehr, und daß Ich Mainaidiger ahm Jüngsten Gericht mit schrecken und Traurigkeit aufferstehe, und allda mit Leib und Seel für dein strengen Rich[…]stuel Gottes und denn auserwöhlten Hayligen Gottes abgeschaiden werde, und in dein Fewrigen Pful dem Teufel und verdamsten Zuberau […] geworffen und der Freüdenreichen anschawung Ewiger gnaden und Göttliches angesichts in Ewigkeit Beraubet werde.
Erschröckliche Warhafftige Geschickt Dreyer Mainaydigen Persohnen Welche der Höchste Gott In Ihrem schween Jämerlich Gestrafft, Andern Zue Einern Abscheülichen Exempel und Spiegel.
Hie Losanna Als in Genffer See ligend, hat Ein Reicher Fürnemmer Würth, welcher Alt und wohl betagt, mit Einern Seiner mittburger, der doch nit sonders vermögens gewest, Ein Recht gefüehrt, ahntreffend ein Große Summa Gelts, da aber solches anderer Gestalt nicht, wegen Ermanglender Zeügen, hat können Zue Recht erkennt werden, Ist dise Rechtssach gemeltem Würth auff den Ayd gegeben worden, welchen Er Zulaisten vermessen Willigt, Als lhme aber der Ayd vor Gericht vorgehalten, solchen lhme zum Ewigen verderben, mit auffgehobnen Fingern schweerend, lässt der Liebe Gott sein straff und Zohrn überdisen mainaydner augenscheinlich ergehn. Folgender gestallt, daß diser EIiende Würth allsbald nidersinckt, sein ganzer Leib kohlschwartz wirdt, und gleich staintott ist, wie dann bey disem Aydschwuhr vil Furnemmer und hocher Persohnen gewesen, die dises alles gesehen und ahngehört haben, verloffener Nun solcher schröcklicher sach, Ist dem anderen seinem mittburger, alß dem gerechten und wahrhafften In diser sachen, daß Gelt eingeanwortet, und zugethailt worden. Der Totige [?] Würth aber, alß ein mainaydiger verlaugner und verächter der Hailigen Dreyfaltigkeit, Ist ahn daß Orth der übelthätet geschleppt, und von der Christlichen Gmaind abgesöndert. Gleicher Gestallt hat sich in der Statt Genff gegeben, daß Ein Falscher Ayd von einer auch Fürnemmer Persohn geschwohren worden, welcher Mainaydiger aber kürzlich hernach stirbt und in ein sonder eigene Newe Begräbnuß gelegt wirdt. Nun begibt sichs aber 20 Jahr hernach, daß ein Weibsbild in selbiger Freüdtschafft gestorben.da nun gemeldte Begräbnuß geöffnet, Befindt sich, daß diser Cörper verzehrt Biß
ahn den Rechten und handt, so noch gantz Frisch unverwesen, aber kohlschwarz, mit auff gehobenen Fingern gefunden wurde, war durch dann die Rechte warheit ahn Tag kommen, darauff alsbald anordnung geschehen, daß mann die gebain, und unverweßene schwarze Arm, deß mainaidigen Cörpers, zur Zeitlichen Straff, dieweil Er Gott geunehrt, dem Hay: Gaist gelogen, die Obrigkait und seinen Negsten betrogen, ahn daß Orth der übelthater gethan, deme aber, so Er unrecht gethan, Ist daßienige waß lhme Zuständig eingeantwortet worden. Eß hat sich auch zu Preßburg in Ungarn begeben, daß ein Mesßerschmid wegen vier Gulden ein Valtschen Ayd geschwohren, darauff lhne der Höchste Gott alsobald gestrafft, daß lhme die halbe hand kahl schwarz worden, und ahm dritten Tag ein Trauriges End genommen.
Scribsit Joannes Simeon Schlapprizi
Diße Aydt Tafel wurde
[…] decembris Anno
1694




