Wer erfand die «Schifflistickmaschine»?

Isaak Gröbli (1822–1917) stammt aus Oberuzwil (SG). Er ist der Sohn eines armen Schulmeisters, der nebenbei eine Weberei betreibt. Bereits als kleiner Junge hilft Isaak seinem Vater beim Spulen des Garns und erlernt so Schritt für Schritt das Weberhandwerk. Nach dem Tode seines Vaters 1843 übernimmt er zusammen mit seinen Geschwistern den elterlichen Hof samt Weberei.

Gröbli zeigt viel mechanisches Geschick und pröbelt an allerlei technischen Verbesserungen herum. Insbesondere interessiert ihn, ob sich nicht die «zwei verwandten Arbeiten des Nähens und Stickens» miteinander verbinden lassen. Schliesslich konstruiert er anfangs der 1860er-Jahre ein kleines Handmodell und findet in der Winterthurer Firma Rieter einen Interessenten, der die ersten vollfunktionsfähigen Stickmaschinen baut. Dank Gröblis revolutionärer Erfindung muss der Stickfaden nicht ständig neu eingefädelt werden, sondern läuft über Spulen und sogenannte «Schiffli». Eine enorme technische Verbes-serung. Mangels eines Patentschutzes profitiert Gröbli kaum von seiner Erfindung. Ein Teil seines Nachlasses befindet sich heute in unserem Museum.

Seit 1958 erinnert in Gossau (SG) ein Gedenkstein an den Erfinder, der in der Ostschweiz eine ganze Industrie begründete.

Rolf E. Kellenberg, Archivar